Projektraumausstellung

 

Kunstkurs Q2,

Städtisches Gymnasium Sundern

 

10 QCM HEIMAT

Dialog mit Landschaft


Die Landschaftsmalerei als selbstständiges Genre innerhalb der tradierten bildenden Kunst ist seit der Renaissance fester Bestandteil künstlerischen Schaffens durch alle Epochen bis in die Gegenwartskunst. Durch die Darstellung und Beobachtung der Landschaft ist der Mensch sich seines Standpunktes innerhalb der Schöpfung bewusst
geworden und hat neben dem Jenseitsgedanken auch seinen Platz im Diesseits bewusst wahrgenommen.
Mit dem Aufkommen des „erweiterten Kunstbegriffs“ im 20. Jahrhundert hat sich die rein abbildende Funktion – quasi als bloßes Landschaftsportrait – überholt.
Ausgehend von Strömungen wie der Land -Art oder der Spurensuche haben Künstler wie Nikolaus Lang oder Andy Goldsworthy den aktiven, kreativen Umgang mit und in der Natur salonfähig gemacht. Nicht zuletzt technische Errungenschaften wie Film und Fotografie, insbesondere aber die digitalen Bildbearbeitungsmöglichkeiten mit dem PC haben die Dokumentation und Präsentation des künstlerischen Prozesses erst möglich gemacht. Dadurch ist es zu einer Ausweitung des Toleranzbegriffes gekommen, der Verfall von Werken, die in und mit der Natur entstehen, ist Bestandteil der künstlerischen Intention geworden und hat somit erst die Erweiterung des Kunstbegriffs geprägt. Flüchtige Skulpturen aus Naturmaterialien werden bewusst den Elementen ausgesetzt, die ihrerseits unberechenbar und organisch das Werk verändern und schließlich - im Laufe der Zeit - absorbieren!
Eine moderne Interpretation des barocken Vanitas Gedankens!
In der Unterrichtseinheit haben wir uns von der Arbeitsweise Andy Goldsworthys inspirieren lassen, ohne diese jedoch lediglich zu kopieren. Im Laufe der Arbeitsprozesse haben sich viele neue und individuelle Wege der Kursteilnehmer herausgebildet, mit denen sie ihren ganz persönlichen Blick auf ihre Heimat fokussiert haben. Nicht das klassische Postkartenmotiv war Gegenstand der experimentellen Arbeit, sondern die Suche nach dem Besonderen, im Verborgenen
liegenden. Die so entstandenen Fotografien, die gleichsam einen mikroskopischen Blick auf das scheinbar Übersehbare, Unbedeutende ermöglichen, lassen ein Staunen zu, das über den flüchtigen Panoramablick auf die Landschaft weit hinausgeht, ja im Grunde die Sichtweise paradox erweitert hat.
Das Spiel der Farben und Formen von banalen Wassertropfen wird zu einem fantastischen Universum mit farbenprächtigen Galaxien, Planeten und Sternen.Ein Pilz erstrahlt als abstrakter Solitär, dessen vollkommene Symmetrie innehalten lässt. Überwucherte Treppenstufen bekommen durch die malerische Bearbeitung plötzlich die ästhetische Anmutung eines modernen, gegenstandslosen Gemäldes. Winzige Vogelbeeren erfahren über die Bearbeitung mit Farben und dem Spiel mit den Dimensionen eine Metamorphose ins rätselhaft Schwebende.
Der Aspekt der Verfremdung lässt neue Sichtweisen zu und führt so auch idealerweise zu einer erweiterten Denkweise in die Tiefe hinein. „Klischeehafte Sprach-, Denk-, Seh-, und Interpretationsgewohnheiten müssen neu überdacht werden. Die Realität erscheint in einem neuen Licht. Es lohnt sich, genau hinzusehen, den Blickwinkel und auch die Distanz zu verändern. Schon B. Brecht charakterisierte die Verfremdung mit dem Paradoxon:
„Zur Kenntlichkeit entstellen“!!
Wir wünschen allen Besuchern – Befürwortern, Skeptikern und auch neutral Schauenden viel Freude mit den angebotenen neuen Sichtweisen, Verrätselungen und Neuinterpretationen von ganz banalen, flüchtigen und scheinbar wertlosen Mikrolandschaften des Sauerlandes.
(Marie Luise Bergmann)

Frühjahrsausstellung

 

Michael Sistig

THE GRAND DESIGN

 

und im Projektraum

 

Kunstkurs Q2,

Gymnasium Sundern

10 QCM HEIMAT

Dialog mit Landschaft

 

 

 

Öffnungszeiten beider Ausstellungen

Mi. bis Fr., von 16 – 19 Uhr; Sa. und So., von 12 – 18 Uhr

An Feiertagen geschlossen. Gruppen nach Vereinbarung.

 

Vernissage

Sonntag, 09. April 2017

um 14:00 Uhr

 

Stadtgalerie Sundern: Lockweg 3, 59846 Sundern

Zur Anfahrtsbeschreibung einfach hier klicken!

 

E-Mail: info@kunstverein-sundern-sauerland.de

Telefon: 0171 / 120 4716

Vorschau

10. Ausstellung des Kunstvereins

 

Um Gottes Willen

Kunst und Religion

 

November - Dezember 2017

Stadtgalerie Sundern

 

Die  Ausstellung wird gefördert von:

Mit freundlicher Unterstützung von:

Exkursion

Samstag, 20.Mai 2017

Wir bleiben in der Nähe und besuchen in Soest die Sammlung Schroth und lassen uns durch die Altstadt und die Wiesenkirche führen.

 

Anmeldungen:

E-Mail: info@kunstverein-sundern-sauerland.de

Telefon: 0171 / 120 4716