Rückschau: 2. Ausstellung des KSS

11. November 2013 bis 4. Januar 2014

 

BETTINA FLITNER

 

Menschen

 

 

 

Die Ausstellung

Anlässlich des 75. Jahrestages der  "Reichspogromnacht" hat die Stadt Sundern gemeinsam mit den verschiedenen Kultur- und Kunstschaffenden sowie den Schulen eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die für mehr Respekt und Toleranz wirbt.

Um ein möglichst breites Publikum von jung bis alt zu erreichen, haben wir vom Kunstverein Sundern-Sauerland e.V. im Rahmen dieser Reihe drei ganz unterschiedliche Veranstaltungen und Initiativen ausgerichtet. Den Schwerpunkt bildete unsere Einzelaustellung mit der Fotokünstlerin Bettina Flitner.

Mit der Ausstellung Bettina Flitner. Menschen nimmt der vor einem Jahr gegründete Kunstverein Sundern-Sauerland e.V. teil an der Veranstaltungsreihe der Stadt Sundern zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht vor 75 Jahren. Diese Ausstellung ist zum einen ein Aufruf zu mehr Respekt und Toleranz in der Gegenwart und in der Zukunft, und zum anderen holt es Aspekte vom „Rande der Gesellschaft“ zurück in unser Bewusstsein. Denn „Gedenken“ an ein schreckliches Ereignis heißt nicht nur auf Vergangenes zurückzuschauen und daraus zu lernen, sondern ein öffentliches Gedenken geht auch mit der Verpflichtung einher, sich Aktuelles „bewusst“ zu machen.

 

Der Kunstverein Sundern präsentiert die erste umfangreiche Übersicht der letzten 25 Jahre aus dem Werk der Fotografin Bettina Flitner. Typisch für Flitner sind serielle Fotoessays, bei denen sie häufig mit Zitaten arbeitet. Charakteristisch ist ihr so analytischer wie empathischer Blick auf Menschen. Das gilt auch für ihre Serie „Nachbarn“ von 1991 in Hoyerswerda nach den rassistischen Übergriffen. Dort porträtiert sie beide Seiten, Opfer wie Täter. Das gilt auch für ihre Reportage in Thailand 1994, in der erstmals nicht nur die Prostituierten, sondern auch die Freier gezeigt werden. Fast 20 Jahre danach geht sie nochmals auf die Spur der Freier. Sie porträtiert im Frühjahr 2013 die Kunden eines deutschen Großbordell und fragt: „Warum kaufen Sie Frauen?“ Diese heiß diskutierte Serie, die für das Magazin stern entstand, wird in Sundern erstmals ausgestellt.

 

Aufsehen erregte auch Flitners Serie „Ich bin stolz, ein Rechter zu sein“. „Aus den Bildern spricht genau das, was Hannah Arendt vor Jahrzehnten die ‚Banalität des Bösen’ nannte“, lautete die Begründung der Jury für den Preis für politische Fotografie. Die Porträts von jungen Rechtsradikalen aus Berliner Vorstädten sind in einer überlebensgroßen Installation zu sehen. Daneben steht die „Reportage aus dem Niemandsland“, entstanden unmittelbar nach dem Fall der Berliner Mauer 1989/90. Flitner porträtierte und befragte Menschen auf dem ehemaligen Todesstreifen nach ihrem Leben und ihren Träumen. Diese Serie wurde international ausgestellt, von Berlin bis Warschau und San Francisco.

 

Gleichzeitig hat Bettina Flitner immer wieder Frauen porträtiert. In Sundern werden ihre Porträts der „großen Europäerinnen“ zu sehen sein, die den Kontinent geprägt haben: Von Schriftstellerinnen und Künstlerinnen bis hin zu Menschenrechtlerinnen und Politikerinnen.

 

Der Blick ins Innerste der Menschen, den Flitners Arbeit kennzeichnet, ruft immer wieder leidenschaftliche Reaktionen bei den Betrachtern hervor. Über viele Arbeiten ist heftig diskutiert worden, teilweise bis hin zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. So z.B. bei ihrer Trilogie „Mein Herz. Mein Feind. Mein Denkmal.“ Auch sie wird in dieser Gesamtschau zu sehen sein. Dazu hat die Fotokünstlerin in den Jahren 1992 - 96 zufälligen Passantinnen Fragen nach ihrem Leben gestellt: - „Haben Sie schon mal ihr Herz verloren?“ - „Haben Sie einen Feind?“ - „Haben Sie ein Denkmal verdient?“ Die Porträtierten posierten mit Spielzeugwaffen oder Engelsflügeln und erzählen über ihre geheimsten Gedanken und Gefühle. Flitners mehrfach preisgekrönter Film „Mein Feind“, der ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist, zeigt die heftigen Reaktionen der Menschen und Medien auf die erste Installation dieser überlebensgroßen Fotoskulpturen in einer Fußgängerzone in Köln.

 

Es fehlt in dieser Ausstellung auch nicht eine der jüngsten Arbeiten: Die „Boatpeople“. Hier fotografierte Bettina Flitner Menschen in einer urzeitlichen Barke aus Burma auf dem Rhein. Diese Serie veranschaulicht die poetische Seite der Fotografin, die, bei allem Ernst, fast immer auch humorvoll ist.

Bettina Flitner
Bettina Flitner

Impressionen der Eröffnung


Mit freundlicher Unterstützung von:

Ausstellung

 

 05.07. - 31.08.2019

 

Linda Nadji

STILLE POST

 

und im Projektraum

 

Kai Gürntke

BROKEN MIRRORS

 

 

 

Exkursionen

 

Tagesexkursionen werden hier rechtzeitig  angekündigt.

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27. - 30. Juni 2019

 

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Anmeldung:

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Tel: 02935/80260